IV. Schriftenfest

am 18. und 19. Juni 2016 in Dresden

Herzlich willkommen!

Ganz herzlich möchten wir Sie wie in den vergangenen Jahren zu unserem Schriftenfest 2016 einladen. Wir freuen uns, daß bekannte Referenten unserer Einladung gefolgt sind und uns interessante Beiträge erwarten.

Schriftenfest 2016

Vorträge, Besichtigung und Vorführungen

Martin Majoor beschäftigt sich seit gut dreißig Jahren mit Schriftgestaltung. Bei seiner Arbeit als Grafikdesigner am Musik Zentrum Vredenburg in Utrecht mußte er 1988 feststellen, daß die Schriften auf dem Computer weder Mediävalziffern noch Kapitälchen oder Ligaturen enthielten, worauf er sich entschloß, selbst eine Schrift zu entwerfen. Seine Scala war auch eine der ersten Schriften, die diese Elemente enthielt. Mehr über seine Herangehensweise beim Schriftentwurf in seinem Vortrag.

Ferdinand Ulrich war drei Jahre lang an der Burg Giebichenstein Assistent und unterrichtet heute Typographie an der Fachhochschule Potsdam. Er hat Schriftgeschichte in Berlin und an der Carnegie Mellon University Pittsburgh studiert, hält Vorträge, arbeitet an Projekten wie dem Werk von Gudrun Zapf.

Gudrun Zapf von Hesse ist eine sehr vielseitige Künstlerin: Bucheinbände, Schriftdesign, Schriftschreiben, Schriftgravur und Malerei, das sind die Felder, in denen sie in über siebzig Jahren viele Arbeiten von bewundernswerter Schönheit geschaffen hat, die vielleicht nicht immer die ganze Aufmerksamkeit erfahren haben. Mit dem Vortrag von Ferdinand Ulrich – seine vor Ort aufgenommenen Fotos geben ein umfassendes Bild – und unserer Ausstellung wollen wir dieses Lebenswerk einem erweiterten Kreis zugänglich machen.

Der Buchdruck und die begleitenden Techniken – Stempelschnitt etc. − haben unsere Kultur entscheidend verändert. Aufklärung und Demokratie sind ohne diese Möglichkeit der Kommunikation nicht denkbar. Doch welche Relevanz hat der Buchdruck in einer Zeit, in der mit anderen Mitteln wirtschaftlicher und schneller bei gleicher Qualität gedruckt werden kann? Mit diesem Thema befaßte sich am 9. und 10. Juni eine Konferenz an der Humboldt-Universität zu Berlin, über die Katharina Walter berichtet.

Vor 30 Jahren fand in Debrecen ein internationaler Kongreß statt, um den tatsächlichen Urheber der irrtümlich ›Janson-Antiqua‹ genannten Schrift zu würdigen, die jener Nicholas Kis (sprich Kisch), 300 Jahre zuvor in Amsterdam geschnitten hatte. Die Wiederkehr des Termins, neue Forschungsergebnisse und nicht zuletzt die Tatsache, daß die Jahrhunderte alten Matrizen bis 1919 zur Offizin Drugulin gehörten, sind der Anlaß für dieses Thema.

Juroren für den Wettbewerb der ›Schönsten Bücher‹ wissen ein Lied davon zu singen, was da manchmal bei der Buchgestaltung alles im Argen liegt: Die so oft beschworene Einheit von Inhalt und Form, sie fehlt vielfach. Statt dessen: vernachlässigte Detailtypographie, sinnentstellende oder häßliche Trennungen, dazu schlechte Gliederung. Design statt Lesekomfort! Das sind die häufigsten Klagen. Zu diesem Thema konnten wir Friedrich Forssman gewinnen. Forssman, bekannt durch seine Veröffentlichungen, zum Teil gemeinsam mit Hans Peter Willberg, überzeugt durch seine Detailarbeit. Er weiß, worauf es ankommt.

Programm

Samstag, 18. Juni 2016

10.00 Uhr
Willkommen – Anmeldung
10.30 – 11.00 Uhr
Begrüßung – Überblick über Neues in der Offizin
(Druckpressen, Schriften etc.)
11.00 – 12.30 Uhr
Rundgang durch die Werkstätten: Handsetzerei – Monotype-Gießerei – Drucksaal – Magazin. Alle Maschinen sind in Betrieb
12.30 – 13.30 Uhr
Mittagspause: Kalte Köstlichkeiten, wie Schinken, Fisch, Käse, Salate etc.
13.30 – 14.15 Uhr
Martin Majoor, Arnhem:
»Zeit und Abstand« – über die Zeitlosigkeit seiner Schriftentwürfe und die Fortsetzung von Traditionen
14.15 – 15.00 Uhr
Ferdinand Ulrich, Berlin:
Das Werk von Gudrun Zapf von Hesse, einer vielseitigen Künstlerin, entstanden in den zurückliegenden 70 Jahren.
15.00 – 15.45 Uhr
Eröffnung der Ausstellung Arbeiten von Gudrun Zapf von Hesse (Schriftentwürfe, Bucheinbände etc.)
15.45 – 16.30 Uhr
Kaffeepause
16.30 – 17.15 Uhr
Katharina Walter, Humboldt Universität: »Matter of Typography, ein Projekt über die Wechselbeziehung von Materialität, Medien und Gestaltung in der Typografie.«
17.15 – 18.00 Uhr
Eckehart SchumacherGebler, Dresden:
»Am Ende bleibt nur der Name« – Neueste, überraschende Ergebnisse der Kis/Janson-Forschung
18.00 – 19.00 Uhr
Friedrich Forssman, Kassel:
»Leserlichkeit – Lesbarkeit«. Oder warum die leserlichste nicht immer die lesbarste Gestaltung ist.
19.00 – 22.00 Uhr
Gemeinsames Abendessen (Buffet) in geselliger Runde

Sonntag, 19. Juni 2016

10.00 Uhr
4. Mitgliederversammlung des Vereins für die Schwarze Kunst e. V. (Regularien, Berichte von Vorstand, Schatzmeisterin, Rechnungsprüfern, Arbeitskreisen; Anträge; Beschlüsse; Nauwahl des Vorstandes etc.)
http://verein-fuer-die-schwarze-kunst.de
https://www.facebook.com/groups/298410960345336
12.30 – 13.30 Uhr
Pause mit kleinem Imbiß
13.30 – 15.00 Uhr
Drucken und Setzen in der Werkstatt: Jeder Teilnehmer hat die Gelegenheit, eine eigene Visitenkarte zu setzen und anschließend auch auf einem von Hand zu bedienendem Boston-Tiegel selbst auf Büttenpapier zu drucken. Ebenfalls selbst gedruckt werden kann ein Schriftmusterblatt in Faksimile aus der Ehrhardtischen Giesserei von 1740 mit der Original-Kis/Janson.
Im Februar 2016 trafen sich Studenten der HBK Saarbrücken zu einem einwöchigen Workshop in der Offizin. Die kreativen Ergebnisse werden von Merle Sommer vorgestellt.
15.00 – 15.15 Uhr
Später – bei einem Glas Prosecco: Auf Wiedersehen! – Arrivederci! – Goodbye! –  Au revoir !  – ¡Hasta luego! –  Uf Wiederluege! – Bis zum nächsten Jahr!

Weitere Empfehlungen

Für Teilnehmer, die schon am Vortag anreisen oder einen Tag anhängen möchten:

17. Juni, 17.00 Uhr
»Bachs Meisterwerke«,
Galakonzert im Marmorsaal des Dresdner Zwingers,
Karten 03 51 / 41 88 62 30
19. Juni, 17.00 Uhr
Tango meets classic »Argentinische Nächte«,
Galakonzert im Marmorsaal des Dresdner Zwingers

Übernachtung

Nachfolgend genannte Hotels liegen in unmittelbarer Nähe.

Hotel Martha Dresden
Nieritzstraße 11, 01097 Dresden
E-Mail rezeption@hotel-martha-dresden.de
Telefon 03 51/81 76-0
inkl. Frühstück EZ 72,– / DZ 105,– Euro
Motel One
Palaisplatz 1, 01097 Dresden
E-Mail dresden-palaisplatz@motel-one.com
Telefon 03 51/65 57 38-0
inkl. Frühstück EZ 68,50 / DZ 88,– Euro
nH Hotel Dresden
Hansastraße 43, 01097 Dresden
E-Mail nhdresden@nh-hotels.com
Telefon 03 51/84 24-0
Preis bitte erfragen

Reservierung bitte kurzfristig selbst vornehmen

Adresse

»Schriftenfest Dresden 2016«
Offizin Haag-Drugulin Dresden
Großenhainer Straße 11a
01097 Dresden – (im Gebäude der früheren Schriftgießerei Typoart)
Telefon 03 51/8 08 52-00